Die PR-Agentur für
Bauen.Wohnen.Leben.

01.03.2017

bellaflora setzt Grenze für Pestizide

bellaflora setzt Grenze für Pestizide

v.l.n.r.: Mag. Dominik Linhard, Projektkoordinator PestizidReduktionsProgramm GLOBAL 2000; Mag. Isabella Hollerer, Leitung Nachhaltige Entwicklung bellaflora; Mag. Alois Wichtl, Geschäftsführer bellaflora

Zu dieser Meldung gibt es: 5 Bilder | 1 Dokument

Pressetext (8844 Zeichen)Plaintext

Leonding, 1. März 2017._Im Lebensmittelbereich wird der Einsatz von Pestiziden über klare Rückstands-Grenzwerte streng reglementiert. Im Gartenbau hat der Gesetzgeber bisher keine Richtlinien vorgegeben. Aufgrund des unübersichtlichen Weltmarkts für Blüh- und Grünpflanzen ist oft nicht bekannt, welche Pestizide bei der Pflanzenproduktion zum Einsatz gekommen sind. Diesen unhaltbaren Zustand beendet bellaflora durch den ersten, gemeinsam mit der österreichischen Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 entwickelten Grenzwertkatalog für Pestizide im Gartenbau.

Mit 26 Standorten, 500 Mitarbeitern und einem Nettoumsatz von 83,5 Mio. Euro im Jahr 2016 ist bellaflora Österreichs größtes Handelsunternehmen im Gartenbau. 70 % des Umsatzes erwirtschaftet die Grüne Nummer 1 mit Pflanzen. „Diese Größe bedeutet ein hohes Maß an Verantwortung, birgt aber auch enorme Chancen, und die wollen wir für eine nachhaltige Entwicklung nützen“, betont bellaflora Geschäftsführer Mag. Alois Wichtl. Besonders große Hebelwirkung sieht er in der Zusammenarbeit mit den Pflanzenlieferanten, überwiegend österreichischen Gärtnereien. Gemeinsam mit ihnen wird bellaflora in den kommenden Jahren den Einsatz von Pestiziden in der Pflanzenkultivierung signifikant reduzieren.

Magische Zahl 4

Dreh- und Angelpunkt dieses Programmes ist der neu geschaffene Grenzwertkatalog. Für die Ausarbeitung dieses Katalogs hat GLOBAL 2000 jene 550 Pestizide bewertet, die besonders intensiv im Gartenbau genutzt werden und/oder besonders bedenkliche Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben.
Auf Basis der Pesticide Properties Data Base der University of Hertfordshire/UK haben die Experten der Umweltschutzorganisation jedem Wirkstoff einen Indikator zwischen 0 und 1 zugewiesen. Je näher der Wert bei 0 liegt, umso besser, je näher bei 1, umso schlechter. Die Indikatoren aller auf einer Pflanze gefundenen Wirkstoffe werden summiert, woraus sich die Gesamtbelastung ergibt.

„Der bellaflora Grenzwertkatalog schreibt vor, dass die Summe der Belastungen unabhängig von der Anzahl der Wirkstoffe auf einer Pflanze den Wert 4 nicht überschreiten darf“, erklärt Mag. Isabella Hollerer, Leitung Nachhaltige Entwicklung bei bellaflora. Es kann also vorkommen, dass bei einer Pflanze das Ergebnis trotz des Einsatzes mehrerer Wirkstoffe weit unter dem Grenzwert liegt, wogegen bei einer anderen schon wenige Wirkstoffe ein Alarmzeichen sein können.

Hollerer: „Uns ist wichtig, die Gesamtbelastung für die Menschen und die Umwelt zu reduzieren. Es greift zu kurz, sich nur auf einige wenige Wirkstoffe oder Produktkategorien zu konzentrieren.“  Deshalb umfasst der Grenzwertkatalog auch das gesamte bellaflora Pflanzensortiment. Einzige Ausnahme sind biologisch kultivierte Pflanzen, wo die Richtlinien der biologischen Landwirtschaft Anwendung finden. Um das unterschiedliche Risikopotential der Wirkstoffe zu verdeutlichen, haben die Experten von GLOBAL 2000 zusätzlich zu dem Grenzwert für die Summenbelastungen ein Listensystem entwickelt, das eine Watchlist und eine Blacklist umfasst:

Die Blacklist definiert Wirkstoffe, die aufgrund ihrer besonders negativen Effekte bei Pflanzen für bellaflora grundsätzlich nicht mehr verwendet werden dürfen. Dies betrifft Pestizide mit einem Index von 0,8 oder höher, solche, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als extrem gefährlich für Menschen eingestuft werden, und solche, die extrem giftig für Bestäuber sind.

Die Watchlist dagegen zählt Wirkstoffe auf, die aufgrund ihrer bedenklichen Eigenschaften einen Mindestwert von 0,7 erreichen, stark giftig für Bestäuber sind oder von der EU als Substitutionskandidaten ausgemacht wurden. Diese Wirkstoffe sind für bellaflora Pflanzen zugelassen, stehen aber unter besonderer Beobachtung und sollen nur in sehr geringem Maß oder besser gar nicht eingesetzt werden.

„Es ist wichtig zu wissen, dass bis auf wenige Ausnahmen alle Wirkstoffe – auch jene auf der Watchlist und der Blacklist – in den Produktionsländern grundsätzlich zugelassen sind. Die Gärtnereien handeln also durchaus im Rahmen der Gesetze“, betont Hollerer. „Im Sinne des Vorsorgeprinzips gehen wir bei bellaflora aber wesentlich weiter als das Gesetz und legen strengere Maßstäbe an.“ Diese Maßstäbe beziehen sich vorrangig auf folgende Kriterien:
• Giftigkeit für Menschen, Säugetiere, Vögel, Fische, Wasserorganismen, Bienen und Regenwürmer
• Potential zur Anreicherung in organischem Gewebe
• Verweildauer im Boden
• Verweildauer im Wasser

Selbstkontrolle zur Verbesserung

„Der Grenzwertkatalog von bellaflora zielt darauf ab, sowohl die Umweltbelastungen bei der Produktion der Pflanzen als auch die Rückstände auf den verkaufsfertigen Pflanzen zu reduzieren“, betont GLOBAL 2000 Projektkoordinator Mag. Dominik Linhard. „Wir haben die Richtlinien so konzipiert, dass sie von Lieferanten und Produzenten als Werkzeug für ihre tägliche Arbeit genutzt werden können.“

Im Februar 2017 hat bellaflora alle Pflanzenlieferanten über den neuen Grenzwertkatalog informiert und eingeladen, diesen ab sofort in den Kulturen anzuwenden. Zur einfachen Indexberechnung stellt bellaflora ein Tool zur Verfügung, mit dem die Berechnung der eingesetzten Wirkstoffe selbstständig ermittelt werden kann. So weiß der Gärtner auf einen Blick, welchen Wert er bei Einsatz der gewählten Wirkstoffe erreichen wird, und kann bei Bedarf schon im Vorfeld auf andere Produkte umsteigen. Gleichzeitig respektiert bellaflora natürlich, dass man in Pflanzenkulturen nicht von heute auf morgen alles kompromisslos verändern kann, und räumt allen Lieferanten eine einjährige Umstellungszeit ein.

Ungeachtet dieser Umstellungszeit hat bellaflora bereits mit laufenden Beprobungen und Analysen zum Nachweis der Grenzwerte begonnen. Dazu haben die Qualitätsmanager des Unternehmens detaillierte Listen erstellt, die ausweisen, wann welche Pflanzen in den Markt kommen und wie viele davon einer Probe zu unterziehen sind. Die Probenentnahme erfolgt durch Mitarbeiter von bellaflora, die Untersuchung durch ein akkreditiertes Labor. Die Lieferanten werden anschließend über die bei der Prüfung festgestellten Werte informiert, sodass sie profunde Daten haben, um an einer weiteren Reduktion der Pestizidbelastung zu arbeiten.

„Unser gemeinsames Ziel ist, mit Hilfe dieses Grenzwertkatalogs und der laufenden Qualitätskontrolle die Lieferkette so pestizidarm wie möglich zu gestalten“, erklärt Hollerer. „Zu Beginn orientieren wir uns am Maximalwert 4, den wir in den folgenden Jahren schrittweise weiter senken wollen – so weit es eben möglich ist. Jede Reduktion des Pestizideinsatzes ist ein Erfolg – für bellaflora, für jeden einzelnen Menschen und für die Umwelt als Ganzes.“

„Pestizide verteilen sich bei deren Einsatz z.B. durch Abdrift oder Auswaschung weiträumig in der Umwelt, was zu erheblichen Belastungen des Naturhaushalts führt“, erklärt Mag. Dominik Linhard von GLOBAL 2000. „Außerdem können die Pestizidrückstände auf den Pflanzen auch noch im Hausgarten ein Problem für Bestäuber wie Bienen oder Schmetterlinge darstellen.“

Mitstreiter gesucht

Wie schon bei der Umstellung auf rein naturnahe Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungs-mittel im Jahr 2013 und der darauf folgenden Auslistung chemisch-synthetischer Dünger 2014 erwartet bellaflora, dass sich auch diesmal weitere österreichische Unternehmen dieser Idee anschließen und eigene Projekte entwickeln werden. Wichtl: „Mit unserem nachhaltigen Engagement haben wir Vorbildwirkung in Österreich, und deshalb werden wir bei der Verringerung des Pestizideinsatzes auch nicht locker lassen. Wer diesen Weg mit uns gehen will, ist herzlich willkommen.“

Druckfähiges Bildmaterial von der Pressekonferenz finden Sie unter dem Live-Link zur APA Fotogalerie: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/8838
Fotocredit: bellaflora/APA-Fotoservice/Tanzer

Das Hintergrundpapier von GLOBAL 2000 ist zum Download im Presseportal für Sie bereitgestellt. 

Weitere Informationen:
www.bellaflora.at
www.global2000.at

Besuchen Sie bellaflora auf Facebook oder auf Instagram!

Über bellaflora
bellaflora ist Österreichs führendes Gartencenter. Das Unternehmen wurde 1978 gegründet und erwirtschaftete 2016 einen Nettoumsatz von 83,5 Mio. Euro. In den 26 Filialen sind derzeit ca. 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt – 26 davon sind Lehrlinge. Das Unternehmen steht in österreichischem Privateigentum. Die Firmenzentrale befindet sich in Leonding bei Linz. Mehr Informationen zum Unternehmen unter: www.bellaflora.at

Als Österreichs Grüne Nummer 1 ist bellaflora dem Umwelt- und Klimaschutz sowie der nachhaltigen Nutzung der Ressourcen in besonderer Weise verpflichtet. FLOWER POWER ist das Bekenntnis von bellaflora zur Nachhaltigkeit. 2016 erhielt bellaflora den österreichweiten TRIGOS für ihr ganzheitliches CSR-Management. Mehr zu Nachhaltigkeit unter: nachhaltig.bellaflora.at
Alle Inhalte dieser Meldung als .zip: Sofort downloaden In die Lightbox legen

Bilder

5.850 x 3.900  
bellaflora Geschäftsführung
3.783 x 2.529  
bellaflora Geschäftsführung
4.746 x 3.164
bellaflora Nachhaltige Entwicklung
3.840 x 5.760  
Grenzwertkatalog für Pestizide im Gartenbau
3.508 x 2.480



Kontakt

bellaflora Pressestelle
c/o senft & partner
Susanne Senft
01/2198542-23; 0664/248 72 75
presse@bellaflora.at
www.senft-partner.at

bellaflora setzt Grenze für Pestizide (.jpg)

v.l.n.r.: Mag. Dominik Linhard, Projektkoordinator PestizidReduktionsProgramm GLOBAL 2000; Mag. Isabella Hollerer, Leitung Nachhaltige Entwicklung bellaflora; Mag. Alois Wichtl, Geschäftsführer bellaflora

Maße Größe
Original 5850 x 3900 1,9 MB
Medium 1200 x 800 74,8 KB
Small 600 x 400 31,8 KB
Custom x

Global 2000 Hintergrundpapier Pestizide

Gemeinsam mit Global 2000 hat bellaflora den ersten Grenzwertkatalog für Pestizide im Gartenbau entwickelt.

.pdf 167,6 KB